Medizingärten Sansibar

  • Permaculture workshop at the Practical Permaculture Institute Zanzibar

„Nutrition and Medicine Gardens – Erhöhter Zugang und Eigenproduktion von gesunder Ernährung und natürlicher Medizin für Schwangere, Mütter und Kinder“

Sansibar (Unguja und Pemba), Tansania

 

2018 haben wir auf Sansibar das Practical Permaculture Institute Zanzibar (PPIZ) besucht und seine Leiterin Laura Maier kennen gelernt. Laura hatte einen M.Sc. in Global Change Management von der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde absolviert und ihre Masterarbeit über Permakultur auf Sansibar geschrieben. Sie ist Mitgründerin des PPIZ und seit Anfang 2017 arbeitet sie dort als Managerin. Wir waren begeistert von dem Institut, seinen Schaugärten und den verschiedenen Projekten, die sie in so kurzer Zeit auf die Beine gestellt hat. Daher boten wir ihr an, ihre Arbeit als Partnerverein in Deutschland so gut es geht zu unterstützen, obwohl es nicht ganz zu unserer Strategie passt, vorwiegend ehemalige Auslandsstudierende in ihren Heimatländern zu Projektmanagern zu machen. Ihre Arbeit ist aber so gut und ihr Kiswahili so fließend, dass diese Ausnahme mehr als gerechtfertigt ist.

Wie weltweit in vielen Ländern des globalen Südens, leiden Schwangere, Mütter und Kinder  auch auf Sansibar unter erhöhtem Risiko von Krankheiten betroffen zu werden, die teilweise  tödlich enden können. Diese Situation ist unter anderem vor allem einer mikronährstoffarmen  Ernährung und mangelndem oder falschem Wissen über simple natürliche  medizinische  Mittel zuzuschreiben. Das ist sehr tragisch, da Sansibar einen Reichtum natürlicher Pflanzen  aufweist, welche die Ernährung und Gesundheit der Menschen maßgeblich verbessern  könnten. Dennoch fehlt es an korrektem Wissen über die Pflanzen und ihrer Bedeutung und  Verwendungsmöglichkeiten. Dadurch werden diese Pflanzen weder ausreichend geschützt  noch angebaut. Stattdessen wendet ein Großteil der Bevölkerung Praktiken an, die schädlich für die Fauna und einen gesunden Boden sind (u.a. Verbrennung organischer  Masse,  Verwendung von chemischen Pestiziden, etc.).

Das PPIZ bildet bereits durch sein Jugendprogramm junge Menschen in den Praktiken  nachhaltiger Landwirtschaft und mit der Hilfe der Literatur von ANAMED – ein in Deutschland  gegründeter Verein, der sich auf die Forschung und Wissensvermittlung von natürlichen  medizinischen Pflanzen und deren simplen Verwendungs- und Verarbeitungstechniken  spezialisiert hat – nun auch in Praktiken natürlicher Medizin in den Tropen aus.  Diese jungen Menschen sollen in diesem Projekt durch spezielle Trainings dazu befähigt  werden ihr Wissen zu festigen und dann an andere zu weiter zu geben. Als Zentren  dieser  Trainings sind dörfliche Krankenstationen und als Ankerpunkt, um dieses Wissen weiter  zu geben, insbesondere Geburtshäuser vorgesehen.

Das übergeordnete Projektziel ist eine verbesserte Gesundheit von Schwangeren, Müttern und Kindern. Dies soll durch den erhöhten Zugang und die Eigenproduktion von gesunder Ernährung und natürlicher Medizin ermöglicht werden. Konkret sollen die Projektbegünstigten die Ausbildung dafür erhalten, selbst gesunde Nahrung und medizinische Pflanzen anzubauen und diese mit einfachen Mitteln verarbeiten zu können.

Das Projekt hat folgende inhaltliche Ziele:

1) Rekrutierung von Partner-Gesundheitsstationen

2) Sensibilisierung der betroffenen Gemeinden

3) Aufbau von best-practice Demonstrationsgärten

4) Training für Mütter und junge Menschen

5) Starter-Kits für Projektbegünstigte

6) Etablierung von Produktionsstätten natürlicher medizinischer Produkte

7) Follow-up und Netzwerkaufbau

Verortet ist das Projekt an 4 Gesundheitszentren, und für jede Partnergemeinde wird eine Strategie entwickelt, eigene Produktionsstätten aufzubauen, die den Mitwirkenden ein Einkommen erwirtschaften kann, um damit weitere lokal organisierte Trainings nach Beendigung des Projektes weiterzuführen.

Insbesondere Frauen werden durch das Projekt gestärkt und dazu befähigt, sich selbstständig mit gesunder Nahrung, natürlicher Medizin und einem kleinen Einkommen zu versorgen, ohne von Männern abhängig sein zu müssen.

 

Diese Projekt wird unterstützt von: