Bodenversalzung von Maputos Gemüsegärten, Mosambik

Matias and Jakob taking soil samples

Projektzusammenfassung

„Partizipative Erprobung von Strategien zum Management von Bodenversalzung in Gemüsebausystemen des südlichen Mosambik (SaliHort)“

 

Global Goals

Projekt Manager

Land

Mozambique

Status

laufend, seit Juli 2020

Budget

14.000€ (2020)

32.000€ (2021)

26.000€ (2022)

Projektziele

  • Entwicklung und Förderung lokal angepasster Strategien zum verbesserten Management von Bodenversalzung in Gemüsebausystemen, durch:

    1. Partizipative agronomische Feldversuche
    2. Trainings und Erfahrungsaustausch mit Anbauvereinen und Agrarberatungspesonal
    3. rderung mobiler Messtechnik zum verbesserten Monitoring von Bodenparametern
    4. Strategische Netzwerkarbeit zum Thema Bodenversalzungsmanagement

PROJEKTBESCHREIBUNG

„Partizipative Erprobung von Strategien zum Management von Bodenversalzung in Gemüsebausystemen des südlichen Mosambik (SaliHort)“

Die Idee zu diesem Projekt entstand bereits vor einiger Zeit, im Jahr 2018, als Matias und Jakob eine explorative Feldstudie zum Problem der Bodenversalzung innerhalb des stadtnahen landwirtschaftlichen Grüngürtels Maputos, der Hauptstadt Mosambiks, durchführten. Jakob, einer von Weltweits neusten Mitgliedern, erlangte kürzlich seinen Masterabschluss in ‚Agriculture and Resource Management in the Tropics and Subtropics‘ an der Universität Bonn. Universitätskontakte führten ihn damals nach Maputo und an die Universität Eduardo Mondlane (UEM), Mosambiks renommierteste Lehr- und Forschungseinrichtung, um dort sein Abschlussprojekt durchzuführen. Erklärtes Ziel war es, die Ursachen, das Ausmaß, sowie lokale Wahrnehmung und Wissen bezüglich des örtlichen Versalzungsproblems zu untersuchen. Die mehr als 10.000 Kleinbauern, welche die lokalen küstennahen Feuchtgebiete bewirtschaften, garantieren für die kontinuierliche Versorgung der Hauptstadt mit frischem Gemüse. Allerdings stellen ein hoher Schädlingsdruck, ungünstige Niederschlagsverteilung (zum Teil verschärft durch Klimawandeleffekte), unzureichender Zugang zu angemessenen Agrarinputs, und eben auch Bodenversalzung weitverbreitete Herausforderungen dar und beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit und Nachhaltigkeit der Gemüseproduktion. Während erstgenannte Probleme bereits seit längerer Zeit auf der Agenda lokaler Agrarforschung und -beratung standen, so war Bodenversalzung ein bisher kaum untersuchtes und kontextualisiertes Thema.

Jakob wurde im Rahmen seiner Forschung nicht nur intensiv durch die Agrar- und Forstwirtschaftliche Fakultät der UEM betreut. Er erhielt ebenso wertvolle Unterstützung von Matias, in seiner Funktion als technischer Koordinator der Abteilung für Landwirtschaft und Agrarberatung der Stadtverwaltung Maputos (DAPPE). Matias stellte die für die Forschung essenziellen Kontakte zu den lokalen Anbauorganisationen her, und fungierte als tatkräftiger Forschungspartner. Er hält einen Masterabschluss in Bodenkunde von der Universität Lavras (Brasilien) und arbeitet bereits seit 8 Jahren für DAPPE. In all dieser Zeit blieb er auch immer der Wissenschaft treu; wirkte in diversen Forschungsprojekten als Berater mit und übernahm Teilzeit-Lehraufträge an örtlichen Hochschulen.

Jakobs und Matias Studie, welche 2019 fertiggestellt wurde, ergab, dass Bodenversalzung in der Tat eine ernstzunehmende und sich potenziell verschärfende Herausforderung an Maputos Agrarsystem darstellt. Die lokalen Ursachen für das Problem sind komplex. Hydrologisches Missmanagement, Urbanisierungseffekte, Meeresspiegelanstieg, sowie Klimawandelaspekte spielen wohl eine Rolle. Die Kleinbauern kämpfen mit Bodendegradation, zurückgehenden Erträgen, bis hin zu gänzlichem Verlust ehemaliger Ackerfläche. Den Betroffenen fehlt es oftmals an Fachwissen und finanziellen Kapazitäten, um diesen Prozessen entgegenzuwirken und das Versalzungsproblem nachhaltig zu managen. Auf der Suche nach geeigneten Lösungen stellten Jakob und Matias mit Erstaunen fest, dass anwendungsorientierte Forschung im Kontext von Bodenversalzung und Gemüsebau praktisch inexistent ist. Der tatsächlich sehr große Fundus an relevanter wissenschaftlicher Literatur beschränkt sich weitestgehend auf Grundlagenforschung, durchgeführt unter kontrollierten Gewächshausbedingungen, und lässt sich daher leider nicht direkt auf die komplexen Realitäten kleinbäuerlicher Landwirtschaft anwenden. Trotz alledem zeigt dieser Wissensfundus eine Vielzahl potenzieller Lösungsansätze auf. Vielversprechend sind u.a. verbessertes Bewässerungsmanagement, Mulchsysteme, angepasste Ausbringungsmuster für organische und synthetische Düngemittel, spezifische Biodüngemittel, Nutzung alternativer salztoleranter Gemüsearten und –sorten, sowie angepasste Fruchtfolgen und Zwischenfruchtanbau. Mit dieser Erkenntnis war die Projektidee geboren. Matias und Jakob waren motiviert, mit diesen von der Wissenschaft als vielversprechend suggerierten Managementansätzen zu experimentieren und schließlich praktische und lokal angepasste Lösungen zu identifizieren.

Seitdem haben sie daran gearbeitet, diese Idee Wirklichkeit werden zu lassen. Nachdem ein Projektplan erarbeitet war, suchten sie nach geeigneten Partnerschaften für dessen Umsetzung. Insgesamt vier Institutionen konnten für das Unterfangen gewonnen werden und bündeln nun so ihre jeweiligen Expertisen. DAPPE als Hauptimplementierungspartner wird von ABIODES (repräsentiert durch Alberto Luis), einer mosambikanischen NGO mit langjähriger Erfahrung in der Förderung agrarökologischer Anbaumethoden, sowie von der Agrar- und Forstwirtschaftlichen Fakultät der UEM (repräsentiert durch Professor Sebastião Famba) unterstützt. Weltweit übernimmt eine weitestgehend koordinierende Funktion, vor allem mit Unterstützung in den Bereichen Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit. Die Anstrengungen zeigten sich erfolgreich, und seit dem Projektstart im September 2020 konnte das Projekt bereits beträchtliche Fortschritte in seinen vier definierten Arbeitsbereichen machen:

Entwicklung und Förderung lokal angepasster Strategien zum verbesserten Management von Bodenversalzung in Gemüsebausystemen, durch

1) Partizipative agronomische Feldversuche

Wissenschaftlich betreute Erprobung vielversprechender agronomischer Strategien zum Umgang mit dem Salzgehalt im Boden unter Feldbedingungen.

2) Trainings und Erfahrungsaustausch mit Anbauvereinen und Agrarberatungspersonal

Einbindung lokaler Gemüseproduzenten und Agrarberater in den Versuchsprozess und gleichzeitige Vermittlung von Prinzipien des nachhaltigen Bodenversalzungs- sowie generellen Boden- und Wassermanagements, auf partizipative Weise.

3) Förderung mobiler Messtechnik zum verbesserten Monitoring von Bodenparametern

Einführung und Förderung von tragbaren Bodensensorgeräten für verbesserte Entscheidungsfindung im Rahmen der Landnutzungsplanung und landwirtschaftlichen Beratung.

4) Strategische Netzwerkarbeit zum Thema Bodenversalzungsmanagement

Aufbau von strategischen Netzwerken zu nationalen und internationalen Institutionen für einen verbesserten Wissensaustausch zum Thema Bodenversalzungsmanagement in der Landwirtschaft und gleichzeitige Verankerung des Wissensbereichs in lokalen institutionellen Strukturen.

Erklärtes Ziel ist es, die experimentellen Aktivitäten des Projektes über mehrere Jahre und Anbauperioden durchzuführen. In Form der ca. halbjährlich hier auf der Internetseite erscheinenden Projektberichte werden wir über deren Fortschritt berichten.

Matias and Jakob taking soil samples
Matias and Jakob taking soil samples
Matias and Jakob taking soil samples
Matias and Jakob taking soil samples
A healthy and productive farming plot in Maputos‘ agricultural green belt
A healthy and productive farming plot in Maputos‘ agricultural green belt
A healthy and productive farming plot in Maputos‘ agricultural green belt
A healthy and productive farming plot in Maputos‘ agricultural green belt
A salt affected and hence unproductive plot
A salt affected and hence unproductive plot
Bad drainage locally often associated with salinity
Bad drainage locally often associated with salinity
A plot that has been abandoned due to salinity related degradation
A plot that has been abandoned due to salinity related degradation
Cultivation of salt tolerant beetroot is one of the few local coping strategies
Cultivation of salt tolerant beetroot is one of the few local coping strategies

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