Weltweit – Gesellschaft zur Förderung lokaler Initiativen e. V. Weltweit e. V.

Das Kaleka Projekt – Erhalt der indigenen Lebensweise und des Regenwaldes auf borneo

Projektzusammenfassung

„Dayak Farmers: Land Guardians and Entrepreneurs of Indonesia Central Kalimantan“ ist ein EuropeAid-Projekt, das in Zusammenarbeit von drei Organisationen, darunter Weltweit, umgesetzt wird. Im Mittelpunkt der Maßnahmen steht die Stärkung der Zivilgesellschaft in Zentral-Kalimantan auf Borneo als eigenständiger Akteur für gute Regierungsführung. In einer Region, in der externe wirtschaftliche Kräfte – wie die Ausweitung von Palmölplantagen, illegaler Bergbau und die mögliche Einführung von Emissionshandelssystemen für den Wald durch externe Akteure – weiterhin die traditionellen Lebensgrundlagen und die ökologische Widerstandsfähigkeit untergraben, wollen wir die Kapazitäten von gemeindebasierten Organisationen (CBOs) in mindestens 25 Dörfern stärken, darunter 10 indigene Dayak-Gemeinschaften und 15 Bauerngruppen. Dies soll erreicht werden, indem diese Basisorganisationen mit den Instrumenten und dem Wissen ausgestattet werden, um sich für Landrechte einzusetzen, partizipative Regierungsführung zu praktizieren und nachhaltige Lebensgrundlagen zu verfolgen.

 

Global Goals

Projekt Manager

Status

ongoing since 2026

Budget

EUR 1.634.379

Partner

  • European Commission

  • BIT – Yayasan Borneo Institute

  • LPPSLH – Lembaga Penelitian dan Pengembangan Sumber Day adan Lingkungan Hidup  (Institut für Forschung und Entwicklung im Bereich Ressourcen und Umwelt)

Projektziele

  • Aufbau einer Infrastruktur für kommunale Genbanken

    Bis Ende 2028 Einrichtung von drei neuen  voll funktionsfähigen Saatguthäusern in den Zielorten sowie dreijährige Betreuung der insgesamt vier Saathäusern zur Gewährleistung der Nachhaltigkeit; Aufnahme von 350 neuen Pflanzenzugängen in die BIT-Genbank; Erweiterung der Anbauflächen für die Saatgutvermehrung und Stärkung der Beziehungen zu indonesischen und internationalen Genbanken. Schulungen zur Saatgutwissenschaft vor Ort.

     

  • Sicherung rechtmäßiger Landbesitzverhältnisse

    Gewährleistung, dass Rechtsansprüche auf bestehende Kalekas – angestammte Waldgebiete – durch Gewohnheitsrecht und gemeinschaftliche Kartierungen untermauert werden. Offizielle Registrierung und rechtliche Anerkennung von Gemeinschaftswäldern und 25 Kalekas als Gewohnheitswälder im Rahmen der nationalen Forstschutzgesetze bis 2029.

     

  • Sensibilisierung der Bevölkerung und Kapazitätsaufbau

    In 25 Dörfern wird die Bevölkerung sensibilisiert; für 10 gemeindebasierte Organisationen werden langfristige Verwaltungsstrukturen eingerichtet; 15 dörfliche Rechtsberatungsteams werden gebildet und in Bezug auf indigene Landrechte und rechtliche Verfahren geschult; 450 Jugendliche aus 5 Dörfern werden in Dayak-Traditionen und im Management natürlicher Ressourcen geschult. Es werden Webinare und internationale Veranstaltungen organisiert.

     

  • Engagement in der Politik

    Die 15 gemeinnützigen Organisationen werden ihre Anliegen artikulieren und sich direkt bei den lokalen und nationalen Behörden dafür einsetzen.

     

  • Internationale Interessenvertretung und strategische Vernetzung

    Die Mitarbeiter des BIT, die als wichtigste Fürsprecher für die Rechte und Belange der Dayak fungieren, führen persönliche Besuche bei einer Vielzahl von Interessengruppen und wissenschaftlichen Unterstützern durch; es werden zwei internationale Seminare und Konferenzen mit deutschen Alumni und Experten zu den Themen Genbanken, Stärkung indigener Gemeinschaften und Erhaltung von Kulturpflanzen veranstaltet.

    Die gewonnenen Erkenntnisse und die Ergebnisse des Projekts werden auf internationalen Online-Plattformen, in zwei wissenschaftlichen Fachzeitschriften und auf zwei Konferenzen mit internationalen Experten verbreitet.

     

  • Partizipative Kartierung und digitale Infrastruktur

    Das GIS-System borneologi.com, das die Landbewirtschaftung verbessert und das öffentliche Bewusstsein für Landnutzungsänderungen schärft, wird durch neue Daten ergänzt, in seiner Funktionalität erweitert und durch die Schulung von 10 lokalen zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie zwei Präsenzschulungen für Mitarbeitende des BIT und der Graswurzelorganisationen zur interaktiven Nutzung des Systems abgeschlossen; alle Kalekas im Projektgebiet werden kartiert.

     

  • Nachhaltige Lebensgrundlagen und wirtschaftlicher Wandel

    Partizipative Ermittlung nachhaltiger Praktiken. Forschung zu sozioökonomischen Veränderungen. Schulungen zu Unternehmertum und Gruppenbildung. Machbarkeitsstudie zur Teilnahme am Kohlenstoffmarkt. Sicherstellung, dass die Rentabilität der traditionellen Landwirtschaft, die vorwiegend von Dayak-Frauen betrieben wird, derjenigen von Arbeit an nicht-indigenen Arbeitsstätten wie Ölpalmenplantagen oder illegalen Goldminen entspricht.

     

Schon in einem früheren Projekt haben wir mit Standy Christianto, einem Absolventen des Bonner Masterstudiengangs „Agricultural Science and Resource Management in the Tropics and Subtropics“ zusammen gearbeitet. Damals wollte er der indigenen Bevölkerung auf Borneo dabei helfen, ihr natürliches Saatgut zu erhalten. Standy hatte frisch nach seiner Rückkehr nach Indonesien beim Borneo Institute (BIT) angefangen zu arbeiten, und es sollte eines seiner ersten Projekte dort sein, dass er als Projektleiter managte. Einige Jahre später übernahm er die Direktion des Instituts.

Das Projekt „Communal Seedhouse“ war sehr erfolgreich, weshalb Standy und das BIT in Zusammenarbeit mit Weltweit und LPPSLH beschlossen, den nächsten Schritt zu gehen. Unter der Leitung des BIT und mit Unterstützung von EuropeAid verfolgt das „Kaleka Projekt“ einen breiteren Ansatz und wird in deutlich größerem Maßstab umgesetzt.

Das Borneo Institute (BIT) möchte innerhalb dieses vier-jährigen Projektes Elemente seiner bisherigen Arbeit vor Ort fortsetzen und ausweiten. Dazu gehören die Einbeziehung weiterer Kalekas (traditionelle Waldgärten) in offizielle Registrierungs- und Schutzverfahren, sowie die Einrichtung zusätzlicher Saatgutbanken, die Steigerung landwirtschaftlicher Produktionskapazitäten sowie die Zusammenarbeit mit einer größeren Zahl von Dayak Gemeinden (Dayak ist ein Oberbegriff für die Indigenen auf Borneo) und Graswurzelorganisationen. Seit 2015 ist das Borneo Institute im Regierungsbezirk Gunung Mas aktiv, hat dort Bauerngruppen aufgebaut und etwa 15 Kalekas im Unterbezirk Manuhing Raya identifiziert. Diese Kalekas wurden bislang unter anderem aufgrund ihrer geringen Größe und ihrer verstreuten Lage noch nicht in das Sozialforstprogramm der indonesischen Regierung aufgenommen. Das Projekt möchte durch Kartierungsmaßnahmen, Vermittlung zwischen indigenen Gemeinden und der Bezirksregierung, sowie durch Fortbildungen der Graswurzelorganisationen in Sachen Landrecht die offiziell unter Schutz gestellte Waldfläche erhöhen. Diese umfasst 25 Dörfer in den beiden Unterbezirken Damang Batu (1.425 km²) und Manuhing Raya (601 km²). Durch die Unterstützung lokaler Initiativen – wie sie das BIT bereits seit Jahren praktiziert – wollen wir insbesondere die Aktivitäten der Dayak-Frauen stärken, denn sie wurden als Schlüsselfaktor identifiziert, wenn es um den Schutz des Waldes in Zentralkalimantan und der Dayak-Kultur geht. Neben einer Produktionssteigerung oder zumindest des Produktionserhalts, der von den Dayak Bäuerinnen kultivierten Lebensmitteln, sollen auch gemeinsam mit ihnen neue Geschäftsmodelle entwickelt und unternehmerische Initiativen durch sie gefördert werden.

Der dritte Partner im Bunde ist das LPPSLH, eine Organisation mit Hauptsitz auf Java. Es wird mit Blick auf die wirtschaftlichen Aspekte die Bauerngruppen dabei unterstützen, ihre Unternehmen auszubauen und ihre Einkommen zu steigern, indem sie die Früchte ihrer Arbeit besser mit den nationalen Märkten verknüpfen. Auf Grundlage von mehr als zehn Jahren Erfahrung, insbesondere auch in Westkalimantan, sieht das LPPSLH ein erhebliches wirtschaftliches Potenzial in der Projektregion, das weiterentwickelt werden kann. Ein wichtiger Bereich ist die Produktion und geschickterer Vermarktung von Agroforstprodukten, die den Marktanforderungen entsprechen, beispielsweise wilder Palmzucker, Rattan und Waldfrüchte.

Mit der Förderung von Kommunikation und Vernetzung als einer seiner Kernkompetenzen wird Weltweit die Verbindung der unter dem Dach des BIT organisierten Dayak-CBOs (Community-Based Organizations) zu europäischen Institutionen stärken und den Zugang zu globalen Netzwerken ermöglichen.

Durch diese Initiativen wollen wir das ökologische, kulturelle und landwirtschaftliche Erbe Kalimantans bewahren, lokale Gemeinschaften – insbesondere Frauen – stärken und gleichzeitig zu den übergeordneten Zielen des Biodiversitätsschutzes und eines nachhaltigen Landmanagements beitragen.

Die Maßnahme integriert Querschnittsthemen wie Menschenrechte, Geschlechtergerechtigkeit, demokratische Regierungsführung, ökologische Nachhaltigkeit und die Förderung junger Menschen auf allen Ebenen ihrer Planung und Umsetzung.

At the BIT headquarters seeds from the village are stored and treated as for the long term storage at one of the bigger seed banks
At the BIT headquarters seeds from the villages are stored and treated to make them ready for the long term storage at one of the bigger seed banks
This photo was already made in 2023 during a monitoring visit at one of the village community.
The Dayak practice a sort of shifting cultivation where small batches of forests are cleard, the cutting burned and seeds of mainly rice and maize are sown on the ashes.
This photo was already made in 2023 during a monitoring visit at one of the village community.
This photo was already made in 2023 during a monitoring visit at one of the village community.
Herbal medicne for all sort illnesses but sometimes simply as an after lunch desert is coming from the forest.
Herbal medicne for all sort of illnesses but sometimes simply as an after lunch desert is coming from the forest.
Illegal camps for gold mining are together with the ever expanding palm oil plantations the biggest threat to the forest and the Dayak traditional culture.
Nowadays the Dayak wear t-shirts and jeans but for their food commodities they still depend on the forest.
Illegal camps for gold mining are together with the ever expanding palm oil plantations the biggest threat to the forest and the Dayak traditional culture.
Illegal camps for gold mining are together with the ever expanding palm oil plantations the biggest threat to the forest and the Dayak traditional culture.
Hardly distinguishable from the other forest but at the heart of the Dayak way of living are the Kalekas, the ancient fruit garden, that are sometimes only recongizable by an unnatural density of hugh fruit trees
Hardly distinguishable from the other forest but at the heart of the Dayak way of living are the Kalekas, the ancient fruit garden, that are sometimes only recongizable by an unnatural density of hugh fruit trees.